Die Anfänge des Christentums in unserer Heimat

Schon für einen sehr frühen Zeitpunkt sind erste Spuren des Christentums in unserer engsten Heimat nachweisbar. In der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts, etwa um 640 bis 650, stand an der ersten Stelle der heutigen Galluskirche in Brenz  bereits eine kleine merowingische Holzkirche. Das haben die Grabungen von 1964 ergeben. Ihr Stifter und Bauherr, ein Mann aus dem alemannischen Adel, fand in ihr seine letzte Ruhestätte. Brenz ist damit einer der ältesten Kirchensorte unseres Landes. Auch das Sontheimer Goldblattkreuz (ca. 680), ein Fund aus dem alemannischen Gräberfeld westlich der Bahnlinie, bestätigt den frühen Zeitpunkt der Christianisierung. Der Christuskopf in seiner Mitte ist die älteste bekannte Christusdarstellung in unserem Land.

Wer als Glaubensbote die christliche Botschaft in unsere Gegend brachte, wissen wir nicht. Doch spricht manches dafür, dass es einer der Mönche aus dem Kloster des heiligen Gallus († 640 ) gewesen sein könnte. Gallus ein Schüler des irischen Missionars Columbanus  (543 – 615), hatte im Jahr 612 eine Einsiedlerzelle gegründet, aus der das Kloster St. Gall entstand.

Ein Brand zerstörte das Holzkirchlein. Doch es folgte ihm bald – etwa um 680 – die erste Steinkirche, ein einfacher Viereckbau, dessen Fundamente innerhalb der heutigen Galluskirche liegen. Dieses Kirchlein ist es wohl, von dem die älteste Urkunde spricht, in der Brenz erwähnt wird: im Jahr 875 schenkt König Ludwig der Deutsche seinem Kaplan Luitorand die „Capella ad Prenze“. Dieser wiederum überlässt sie im Jahr 895 dem Kloster St. Gallen.

Die ältesten Teile der heutigen Galluskirche stammen aus dem ausgehenden 12. Jahrhundert. Initiator dieses Kirchenmauerbaus war wohl der Mann dessen Grab sich unter dem alten Grabstein an der  Südwand der Kirche befindet, jener Ritter Sebold von Brenz, der dem 3. Kreuzzug 1190 mit Kaiser Barbarossa zum heiligen Land zog. Er und sein Geschlecht konnten den Bau nicht vollenden. Die Güssen, die seit der Mitte des 13. Jahrhunderts die Herrschaft in Brenz innehatten, sind die Bauherren der Galluskirche

Das Zeitalter der Reformation

Einen tiefen Einschnitt bedeutete die Reformation. Dem Bekenntnis ihrer jeweiligen Herrschaft folgend schließen sich 1559 Sontheim und 1588 Bergenweiler dem neuen Glauben an und lösen sich von der Muttergemeinde Brenz. Erst nachdem die Güssen völlig verarmt aus Brenz verschwunden sind und der Ort in württembergische Besitz übergegangen ist, folgt 1615 auch Brenz. Damit ist katholisches Gemeindeleben für Jahrhunderte erloschen.

Im 30-jährigen Krieg, der in der Folge das Land verwüstete, hatte auch unsere engere Heimat schwer zu leiden. Die Heere der Kaiserlichen wie der Schweden folgten einander mordend und plündernd. Hunger und Pest hausten furchtbar. Am schlimmsten traf es diese Gegend nach der Schlacht bei Nördlingen im September 1634, als Schweden wie Kaiserliche, Besiegte wie Sieger sie durchzogen und eine breite Spur von Brand und Zerstörung hinterließen. Auch das Brenzer Schloss sank in Schutt und Asche. Nach dem Ende dieses schrecklichen Krieges war die Bevölkerung zum Teil auf weniger als ein Drittel gesunken und es dauerte Jahrzehnte, bis Land und Volk sich wieder erholt hatten.

Eine neue katholische Gemeinde entsteht

300 Jahre später brachten die Folgen des nicht weniger schrecklichen 2. Weltkrieges eine tief greifende Veränderung für unsere Dörfer. Heimatvertriebene aus dem Osten, aus Ungarn, Jugoslawien, der Tschechoslowakei und Schlesien finden hier Asyl und eine neue Heimat. Die meisten von ihnen sind katholisch. Hatten zuvor nur wenig Katholiken hier gewohnt – fünf Familien im Ganzen -, so sind es jetzt Hunderte. Hier beginnt die Geschichte unserer heutigen katholischen Kirchengemeinde.

Zunächst war diese neu entstehende Gemeinde Gast in der evangelischen Kirche in Sontheim. Sie gehörte zur Stadtpfarrei Niederstotzingen, wurde aber seelsorglich betreut von den Patres aus dem benachbarten  Obermedlingen. Bereits zu Beginn der fünfziger Jahre unternahm es die junge Gemeinde, eine erste kleine Notkirche zu bauen, und sie feierte am 13.07.1952 die Weihe dieser ersten Kirche in der Wöhrstraße durch Bischof Carl Joseph Leiprecht von Rottenburg.

Als die Katholiken im benachbarten Hermaringen ihren eigenen Seelsorger bekamen, wurde ab 1958 der Religionsunterricht von dort aus erteilt. Jetzt war die Sontheimer Gemeinde in einer wirklich unglücklichen Situation: Pater Hey aus Obermedlingen kam zum Gottesdienst am Sonntag, Pfarrer Plisch aus Hermaringen zum Religionsunterricht, rechtlich gehörte sie zu Niederstotzingen und wurde zeitweise auch von Giengen aus verwaltet. Wie sollte unter solchen Umständen eine Gemeinde zusammenwachsen und sich innerlich festigen?

In den folgenden Jahren wuchs die Zahl der Katholiken noch mehr durch die Arbeitsplätze, die die aufkommende Industrie und vor allem die Firma Röhm bot. Die neuen Bürger hatten sich wieder eine Existenz geschaffen und großenteils ein neues Heim gebaut.

Ein eigener Pfarrer, eine selbständige Pfarrei, Aufbau der Gemeinde

Am 16.05.1961 bekam die Gemeinde mit Kurat Alfred Vögele ihren ersten eigenen Seelsorger, ein entscheidendes Ereignis! Eine Unmenge Arbeit erwartete ihn: Anfänge der Jugendarbeit (CAJ), der Männerseelsorge (Werkvolk), Aufbau der Pfarrbücherei, Gründung eines Kirchenchors. Außerdem hatte er den gesamten Religionsunterricht in Sontheim und Brenz zu erteilen, ebenso in Hermaringen, das nun keinen eigenen Pfarrer mehr hatte.

Mit der ständigen Anwesenheit eines katholischen Pfarrers trat das Bestehen einer katholischen Gemeinde allmählich ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Jetzt beginnt für die Gemeinde die Phase des Bauens, die sich über fast zwei Jahrzehnte erstrecken wird. Im August 1963 werden der Kindergarten und das Jugendheim in der Bergstraße eingeweiht. Die Wohnung über dem Kindergarten bezieht vorläufig der Pfarrer.

Nur vier Jahre konnte die Gemeinde ihren ersten Seelsorger behalten. Kurat Vögele wird Klinkpfarrer in Tübingen. Sein Nachfolger Kurat Franz Ladenburger kommt am 29.04.1965 nach Sontheim.

Ein Jahr darauf (am 16.05.1966) wird Sontheim endlich zur selbstständigen Pfarrei erhoben und kann am 05.06.1966 die Investitur von Pfarrer Ladenburger feiern. Bergenweiler, bisher zu Hermaringen gehörend, wird nun Sontheim zugeordnet, wohin es ohnehin verkehrsmäßig mehr ausgerichtet ist. Hermaringen, jetzt ohne eigenen Pfarrer, muss mitversorgt werden.

Immer deutlicher zeigte es sich, dass das kleine Kirchlein in der Wöhrstraße auf die Dauer den Bedürfnissen der Gemeinde nicht mehr genügen konnte, weder nach Größe, noch nach Lage, noch auch nach baulicher Beschaffenheit. Deshalb hatte bereits Kurat Vögele nach einem geeigneten Platz für eine zukünftige Kirche Ausschau gehalten und mit Herrn Hans Zimmermann wegen des Geländes hinter seiner Tankstelle verhandelt. Nach manchem Hin und Her wird am 23.02.1967 im Einverständnis mit dem bischöflichen Ordinariat der Kaufvertrag mit Herrn Zimmermann abgeschlossen. Ein erster Schritt in Richtung Kirchenneubau ist getan.

Inzwischen geht die mühevolle Arbeit am inneren Aufbau der Gemeinde weiter. Ein Bibelkreis trifft sich regelmäßig. Aus vorweihnachtlichen Bastelabenden bildet sich ein Frauenkreis unter Leitung von Frau Schweigardt. Die Arbeit bei Jugend, Werkvolk, Kirchenchor zieht sich zwischen Aufschwung und Rückschlägen etwas mühsam dahin.

Wichtige Ereignisse sind die Wahl des ersten Pfarrgemeinderats am 05.05.1968 und die erste Pfarrversammlung am 25.10.1968.

Sorgen macht das Jugendheim an der Bergstraße. Es erweist sich schon jetzt als sehr reparaturanfällig. Sorgen macht auch der Weggang der Katechetin Fräulein Nold aus Niederstotzingen. Ihr Arbeitsbereich hatte sich auch auf die Gemeinde Sontheim erstreckt. Sorgen bereitet vor allem der drohende Weggang von Pfarrer Ladenburger , der seine alten Eltern zu sich nehmen möchte, dazu aber in der Sontheimer Interimswohnung keinen Platz hat. Zunächst lässt sich dieser Schritt noch abwehren durch den definitiven Beschluss zum Bau eines neuen Pfarrhauses.  Aber mancherlei Schwierigkeiten verzögern den Baubeginn um ein volles Jahr. So muss die Gemeinde  ihren Pfarrer doch ziehen lassen, - nach  Nendengen bei Tuttlingen. In der ersten Februarwoche 1971 nimmt er Abschied. – Wieder nur knapp sechs Jahre...!

Doch die Gemeinde hat das unwahrscheinliche Glück, schon nach Monatsfrist am 14.03.1971 ihren neuen Pfarrer Paul Hauber  begrüßen zu dürfen. Am 21.03.1971 findet in der Zwischenzeit die Kirchengemeinderatswahl statt, mit Umsicht organisiert vom 2. Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats Herrn Horn. So konnte der neue Pfarrer zugleich mit dem Kirchengemeinderat in seiner neuen Zusammensetzung die Arbeit beginnen und außerdem auch mit dem neuen Messner Herrn Flögel. Nach dem Ausscheiden von Herrn Kotitschke am 31.12.1968 hatte in der Zwischenzeit Herr Schießl werktags und Herr Dylla an den Sonntagen diesen Dienst versehen.

Das Pfarrhaus in der Schillerstraße, im Herbst 1971 begonnen, wird zum 31.03.1973 bezogen. Vom 01.05.1973 an arbeitet dort auch Frau Maria Mack als Pfarrsekretärin mit, notwendige Hilfe bei der immer reichlicher anfallenden Verwaltungs- und Schreibarbeit. Kirchenpfleger ist Dieter Haschke , seit 1969 Nachfolger von Herrn Franz Dannecker, dem ersten Kirchenpfleger der Gemeinde. Vom Oktober 1976 an verwaltet Rudolf Resch dieses Amt. Im gleichen Jahr ist wieder Kirchengemeindratswahl. Vier neue Mitglieder nehmen die Arbeit auf. Noch wird man Jahre auf die neue Kirche warten müssen. So beschließt der Kirchengemeinderat, den Altarraum in der alten Kirche in der Weise zu erneuern, dass der Priester die heilige Messe dem Volke zugekehrt feiern kann.

Mit der Teilnahme am Aufbau einer Sozialstation, der Gründung eines Krankenpflegevereins erwachsen für Pfarrer und Kirchengemeinderat in den nächsten Jahren weitere Aufgaben.

Gemeinde wächst – Tradition, Akzente, Ereignisse

Mittelpunkt im Gemeindeleben ist und bleibt die Feier des sonntäglichen Gottesdienstes. Zum neuen Dienst des Eucharistiehelfers erklären sich mehrere Männer bereit.

Doch auch außerhalb des Gottesdienstes gibt es Gemeindeleben. Fast unmerklich hat sich ein Rhythmus im Jahreslauf herausgebildet.

Veranstaltungen, die darin ihren festen Platz haben:

Gemeindefasching und Sommerfest, Gemeindeausflug und Ministrantenfreizeit, Pfarrversammlung, Altennachmittage, Gesprächsabende, Einkehrtage.

Gruppen von Mitarbeitern sorgen für den reibungslosen Ablauf. Auf Anregung von Pfarrer Hauber nimmt das Unternehmen „Cantel“ 1972 seinen Anfang, ein Kontakt zu Pfarrer Karl Stetter in Guatemala (später in Bolivien) mit dem Ziel, seine Arbeit durch Spenden zu unterstützen. Vierzig Familien beteiligen sich. Schwerpunkte und Akzente fehlen nicht, etwa die Sontheimer Wochen in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde oder die Wallfahrten in die Nähe und die Ferne. Höhepunkte sind die Pilgerfahrten nach Rom im April 1975, die Gemeindewallfahrt nach Lourdes zwei Jahre darauf und endlich 1979 die Reise ins heilige Land. –

Ein ganz besonderes Fest kann die Gemeinde am Ostermontag 1976 feiern: Die Doppelprimiz ihrer beiden Neupriester Josef Wührl und Josef Zink.

Bei manchen Veranstaltungen beginnt es bereits in die Kirchbaukasse zu tröpfeln oder gar zu strömen, etwa bei zwei Benefiz-Fußballspielen vor allem jedoch beim Weihnachtsbazar, der alle zwei Jahre wiederkehrt.-

Das größte Unternehmen der Gemeinde rückt näher: Kirchbau

Eine Kirche wird gebaut

Ernste Überlegungen, manch heiße Diskussion gibt es über die Notwendigkeit, die Möglichkeit eines Kirchenbaus, aber auch über seine Berechtigung in der heutigen Zeit. Doch sind im Grund ja schon erste entscheidende Schritte getan: der Platzkauf 1967, aber auch die Bettelpredigten. Jahr für Jahr zieht ein wachsendes und sich wandelndes Team von „Bettelpredigern“ aus der Gemeinde aus, nachdem drei Männer des Stefanuskreises Herr Bock, Herr Horn und Herr Wuggazer 1969 den Anfang gemacht haben. Über elf Jahre erstrecken sich die Bettelreisen und bringen im Endergebnis rund eine Viertelmillion D-Mark . Die Notwendigkeit des Baus stellt sich deutlicher dar, als 1972 eine weitere Kindergartenabteilung eingerichtet werden muss und man auf Drängen der bürgerlichen Gemeinde schweren Herzens den Jugend und Gemeinderaum in der Bergstraße dafür zur Verfügung stellt. Raumnot erschwert jetzt alle Aktivitäten.

1973 beginnt der Kirchengemeinderat mit Besichtigungsfahrten zur Orientierung für den Kirchenbau –

Dann ergibt sich eine unerwartete Chance: die Tankstelle an der Brenzer Straße ist käuflich, allerdings zu hohem Preis. Dieser Platz ist die ideale Ergänzung des Kirchbaugeländes. So stimmt
Rottenburg nach anfänglichem Zögern dem Kauf zu, und der Vertrag wird im Februar 1974 abgeschlossen. Die Gemeinde hat nun ein Gelände, wie sie es sich besser kaum wünschen kann, ausreichend groß, im künftigen Ortszentrum der Gesamtgemeinde Sontheim gelegen, zu der seit dem 01.03.1972 auch Bergenweiler und seit dem 01.01.1974 Brenz gehören.

Es ist jetzt für Pfarrer und Kirchengemeinderat an der Zeit, Klarheit über vier Punkte zu gewinnen:

1. Welche Vorstellungen leiten uns?

In dieser Kirche sollte die Grundkonzeption des Christentums zum Ausdruck kommen in der Spannung zwischen Kreuz und Auferstehung, zwischen Dienst und Demut einerseits und Verherrlichung anderseits.

Es soll kein Repräsentationsbau entstehen, sondern ein Zentrum, das einlädt; Räume, die den Bedürftigen der Gemeinde gerecht werden, in denen sich Gemeinschaft bilden und vielfache Aktivität entfalten kann, - doch auch eine Kirche als echter Feierraum der Gemeinde.

Die konkrete Raumvorstellung ist etwa folgende:

einfacher Grundriss, etwa halbkreisförmig, die Gemeinschaft um den Altar betonend, leichtes Gefälle auf die Altarinsel zu, heller Altarraum, freier Raum im rückwärtigen Teil der Kirche.

2. Was brauchen wir?

Wie groß soll unsere Kirche werden? Wie sieht das gesamte Raumprogramm aus?

3. Was kostet das?

Wie steht es mit der Finanzierung?

4. Wer wird die Kirche bauen?

Jetzt geht natürlich nichts mehr ohne Rottenburg. In einer Besprechung im dortigen Baubüro geht es um Grundkonzeption, Finanzierung, Terminablauf, Ausschreibung für den Architektenwettbewerb. Fünf Architekten werden dazu eingeladen. – Man entkommt gerade noch dem drohenden Baustop für 1975, der infolge der Rezession verhängt wird.

Am 30.06.1975 wählt die Jury aus den vorgelegten Entwürfen einstimmig den von Architekt Walter Ferner aus Sontheim – Giengen als Planungsgrundlage aus. Wieder ein Schritt dem Kirchbau näher!

Über vielen Verhandlungen gehen die Jahre 1976 und 1977 dahin. Es geht um Finanzierungsprobleme auch bei der Diözese. Das bedeutet Einsparen, die Gesamtkonzeption reduzieren, anderseits Gelder locker machen. Der Architekt tut, was er kann, um auch den reduzierten Plan zu einem abgerundeten Ganzen zu führen und gleichzeitig die Erweiterungsmöglichkeiten offen zu halten. Das Bonifatiuswerk gibt einen Zuschuss, ebenso die bürgerliche Gemeinde. An die Mitglieder der Kirchengemeinde ergeht ein besonderer Spendenaufruf.

Endlich im Oktober 1977 trifft die schriftliche Genehmigung des Bischofs ein. Inzwischen sind Probebohrungen und Bodenuntersuchungen abgeschlossen. Das Baugesuch kann eingereicht werden. Ein Bauausschuss  wird gewählt, Baurechner wird Herr Rzepka. Weiter gehen die Beratungen, über Materialien, Standort für Orgel und Marienstatue...

Dann ist es endlich so weit! 1978 ist Baubeginn, zunächst am 14. März mit der Pfahlgründung, am 08.Mai dann mit dem Rohbau. Am 17.09. lädt die Gemeinde zur feierlichen Grundsteinlegung ein. Am 15.12. ist ein Richtfest.
In den vielen langen Sitzungen des Kirchengemeinderates geht es in den nächsten Monaten um Ausschreibungen und Vergaben, um Material, Innenraum, künstlerische Gestaltung, allerlei Details. Noch besteht eine Finanzlücke, aber der Bau geht weiter.

Man beginnt das neue Jahr mit der kühnen Hoffnung, die Einweihung noch 1979 feiern zu können. Die enge Zusammenarbeit zwischen Pfarrer, Kirchengemeinderat und Architekt verläuft reibungslos. Der Architekt entwirft auch die gesamte Altargruppe. Nach der Ausführung durch die Firma Bau in Grünsfeld erweist sich das Ganze als gut gelungen. Die Glocke des alten Kirchleins wandert zur neuen Kirche und bekommt noch eine Schwester, Stiftung der Familie Röhm. Frau Röhm stiftet die Marienstatue. Die Kosten für den Altar deckt eine große Einzelstiftung. Die Spenden aus der Gemeinde fließen reichlich.

Doch Lieferpannen bewirken eine Verzögerung. Der ursprüngliche Einweihungstermin am 16.12. muss verschoben werden, eigentlich kein Unglück, denn es bleibt nun noch Zeit für die Fertigstellung der Außenanlage. An den Samstagen arbeiten viele freiwillige Helfer daran unter Leitung der Kirchengemeinderäte Hieber und Poidinger. Mit der Hilfe von Herrn Mühlberger pflanzt man auch noch Bäume und Sträucher. Nun kann sich das Ganze sehen lassen.

Letzte Arbeiten und Festvorbereitungen füllen die Wochen vor der Einweihung. Dann ist es soweit.

Der 24. Februar 1980 ist der große Tag, an dem wir in Anwesenheit einer großen Festgemeinde die Weihe unserer neuen Kirche Mariä Himmelfahrt durch Bischof Georg Moser feiern können.

Das Ziel ist erreicht.

Doch die Arbeit geht weiter. Das Programm für den nächsten Bauabschnitt steht auf dem Grundstein der neuen Kirche eingemeißelt:

Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen (1 Petr 2,5a)