Die Kirche

Die St. Vitus-Kirche steht im Dorfmittelpunkt von Burgberg.

Im Jahr 1964 wurde sie erbaut, kurz nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
Das Grundkonzept war, einen Festsaal darzustellen in dem alle - Priester und Gläubige - zur gemeinsamen Gottesbegegnung eingeladen sind.
Die äußere Form will an ein Schiff erinnern, das uns durch die Stürme der Zeit führen kann.

Geschichte

Der kleine Weiler, auf den Burgberg zurückgeht, wurde im Jahr 1209 erstmals urkundlich erwähnt. Die Seelsorge lag zu dieser Zeit vermutlich bei den Hauskaplänen des Schlosses, das Burgberg seinen Namen gab. Im Ort gab es nur eine kleine Kapelle. Als die Einwohnerzahl wuchs, wurden die Bewohner aufgeteilt: Wer links des Hürbeflüsschens wohnte, wurde kirchlicherseits von Hürben aus betreut, wer rechts davon wohnte, gehörte zu Hermaringen. Auch die Begräbnisse fanden bis 1814 dort statt. Mit der Reformation traten Hürben und Hermaringen zum neuen Bekenntnis über. Damit verloren die Burgberger ihre Seelsorger, denn sie mussten sich ja nach ihren Burgherren richten, die katholisch blieben. Der Weg zur nächsten Kirche war sehr weit und zudem im Dreißigjährigen Krieg dann gefährlich. So erreichten sie auf Bitten an die Klöster, dass sie im Jahr 1640 Niederstotzingen zugeordnet wurden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die zerstörte Kapelle etwas größer wieder aufgebaut und nach den 14 Nothelfern benannt, zu denen auch der Heilige Vitus gezählt wird. Im Jahr 1808 wurde Burgberg von Niederstotzigen losgelöst und schließlich 1822 zur Pfarrei erhoben und bekam damit den ersten eigenen Pfarrer. Als die zweite Kapelle baufällig geworden war und die Gemeinde nun auch erheblich angewachsen war, wurde im Jahr 1852/53 die erste St. Vituskirche gegenüber auf dem Stettberg gebaut. In dieser Zeit war Burgberg die einzige katholische Gemeinde im Kreis Heidenheim. Da diese Kirche aus Geldmangel mit einfachsten Mitteln gebaut wurde, standen bald schon wieder Renovierungsarbeiten an, die grundsätzlichen Mängel konnten aber nicht behoben werden. So wurde unter Pfarrer Karl Fuchs im Jahr 1964 der Grundstein zur heutigen St. Vituskirche gelegt, die zwei Jahre später feierlich durch Bischof Dr. Carl Leiprecht eingeweiht wurde. Seit 1994, nach dem plötzlichen Tod von Pfarrer Josef Wührl, ist kein eigener Pfarrer mehr am Ort.Heute gehören zur Kirchengemeinde St. Vitus auch die Katholiken von Hürben. Die Gemeinde ist Teil der Seelsorgeeinheit »Unteres Brenztal«, zu der auch die katholischen Kirchengemeinden von Giengen, Hermaringen und Sontheim gehören. 

Der Heilige Vitus

Der Heilige Vitus wuchs ca. im 3. Jahrhundert in Sizilien auf, in einer Zeit grausamer Christenverfolgung durch Kaiser Diokletian. Die Legende erzählt, dass er Sohn reicher heidnischer Eltern war, die die Erziehung des Kindes der Amme Crescentia und dem Erzieher Modestus anvertraut hatten. Diese beiden lehrten das Kind den Glauben an Jesus Christus, und auf sein Gebet hin sollen bald Heilungen geschehen sein. Als der Vater davon hörte, versuchte er den Sohn vom Glauben abzubringen, doch dies gelang ihm weder durch Schläge noch durch Drohungen.Schließlich flohen Vitus und seine Erzieher auf einem Schiff. Adler brachten ihnen Brot. Doch sie wurden entdeckt und zum Kaiser gerufen. Vitus heilte zwar den Sohn des Kaisers, doch er weigerte sich den römischen Göttern zu opfern. Nun sollte er gefoltert werden. Doch was die Folterknechte auch versuchten, Gottes Schutz war mit Vitus, Crescentia und Modestus. Auch aus einem Kessel mit siedend heißem Öl stiegen sie unverletzt heraus. Als sie auf die Folterbank gekettet werden sollten, kamen Engel und befreiten sie. Die Engel trugen sie an einen Fluss, wo sie in Frieden sterben konnten.

So kann die Legende des Heiligen Vitus der Gemeinde ein Vorbild sein, gerade junge Menschen auf ihrem Glaubensweg zu stärken und ihrer Glaubenskraft zu trauen. Und sie kann Mut machen, auch in bedrängenden Lebenssituationen die Hoffnung auf Gottes rettende Liebe nicht zu verlieren.